Die Geschichte der Stadt

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DIE GESCHICHTE DER STADT ĐAKOVO

 

Die Volkszählung aus dem Jahr 2011 zeigt, dass Đakovo zusammen mit der Vorstadt 27,745 Einwohner zählt. Budrovci 1.260, Đurđanci 425, Ivanovci Đakovački  580, Kuševac 1.028, Novi Perkovci 246, Piškorevci 1.907, Selci Đakovački 1.796 und Široko Polje, 1.012 Einwohner, und die Stadt Đakovo 19.491.

Nach Einwohnerzahl ist Đakovo die 19. Stadt in Kroatien und die zweitgrößte in der Gespanschaft Osijek-Baranja.

Die Geschichte der Stadt beginnt im 11. Jahrhundert, jedoch ist das Gebiet schon im Neolithikum bewohnt gewesen, ungefähr 5500 v. Chr. Zur Zeit des Kaisers Augustus im 1. Jahrhundert v. Chr. erobern die Römer Illyrien. Die entscheidende Schlacht wird in den Sümpfen um den Fluss Vuka am Rand der Provinz Đakovština im 9. Jahr n. Chr. gekämpft. Unweit vom heutigem Đakovo befand sich die römische Ortschaft Certissia. Aus der römischen Zeit sind viele Funde erhalten und werden im Museum der Đakovština ausgestellt.

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Đakovo wird zuerst im Jahr 1239 in der Schenkungsurkunde des kroatischen Fürsten Koloman dem Bischof Ponsa erwähnt. Mit diesem Schriftstück wurden die Bischöfe zu den Herrschern von Đakovo und der Umgebung. In diesem Jahr beginnt die Geschichte der Diözese in Đakovo. Heute ist Đakovo Sitz des Erzbistums Đakovo-Osijek. Die Stadt selbst wird zu verschiedenen Zeiten unter unterschiedlichen Namen erwähnt: DYACO, DIACO, DYACOW…

Im Jahr 1536 wurde Đakovo von den Osmanen besetzt und 150 Jahre dauerte ihre Herrschaft. Die Stadt trug damals den Namen JAKOVA und war ein Bezirk oder „Kaza“. Der bekannte osmanische Schriftsteller Evliya Çelebi berichtete in seinen Reisebüchern über den schönen Pascha-Palast und den schönen Moscheen: die von Hadschi Pascha, Kaston Pascha und Ibrahim Pascha. Nur die letztere ist erhalten geblieben, jedoch ist das heute die Allerheiligenkirche.

Dies ist die dunkle Seite der Geschichte der Stadt. Fast alle katholischen Kirchen wurden zerstört und Moscheen wurden errichtet. Die bekannteste ist wohl die Moschee des Ibrahim Pascha, die nach dem Ende der Herrschaft der Osmanen in eine katholische Kirche umgebaut wurde. Im Jahr 1690 kehrt der Bischof in die Stadt zurück und der Bau der Stadt beginnt. Dann wird eine neue und etwas bescheidenere Kathedrale errichtet und auch eine bischöfliche Residenz. Dies ist die dritte die in Đakovo bis heute erbaut wurde. In Auftrag gaben sie die Bischöfe Patačić und Bakić.

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Die heutige Kathedrale des Hl. Petrus wurde im neoromanischem Stil erbaut. Der damalige Bischof Strossmayer begann mit dem Bau in 1866 in seinem 52 Lebensjahr und im 16 Jahr seines Amtes. Der Bau dauerte 16 Jahre (bis 1882), davon 4 Jahre für den Bau des Gebäudes und noch mal 12 für die Inneneinrichtung. Für den Bau der Kathedrale wurden 7.000.000 Ziegel verbraucht, diese wurden auch in Đakovo gebrannt. Der Stein wurde aus Istrien, Ungarn, Österreich, Italien und Frankreich transportiert. Die Architekten Karlo Rösner und Friedrich Schmidt aus Wien wurden mit dem Bau beauftragt. Die

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Inneneinrichtung wurde den deutschen, in Rom lebenden, Malern Vater und Sohn Alexander-Maximilian und Ludwig Seitz anvertraut. Die Kathedrale hat 7 Altare, geschmückt wird sie mit 43 Frescobildern, 31 Statuen und 32 Reliefs und verfügt außerdem über eine Orgel mit 73 Register, 3 Manuels und 5.486 Pfeifen.

 

Đakovo die Diözese und ihre Bischöfe haben ein großes Vermächtnis hinterlassen. In der Stadt kann man die Einflüsse auch heute noch sehen. Im Jahr 1706 erneuert der Bischof Patačić das Gestüt. 1773 wird Đakovo der Sitz der vereinten Diözesen Bosnien-Đakovo und Syrmien welche alle nordöstlichen Regionen von Kroatien umfassen.

Bischof Antun Mandić eröffnet die älteste Hochschule in Slawonien und Baranja – das Priesterseminar. Desweiteren unternimmt er große wirtschaftliche Veränderungen an seinem Feudalhof, besonders im Weinbau. Sein Name gab auch den weit bekannten Weingärten Mandić ihren Namen. Als Josip Juraj Strossmayer 1849 ins Amt kommt, bekommt die Entwicklung der Stadt wieder neuen Schwung. Der bischöfliche Gutshof wird zu einer vorbildlichen Wirtschaft mit erheblichen Einnahmen, die dem Bischof bisher unvorstellbare Förderung der Kultur in Kroatien ermöglichte – er gründet die Die Kroatische Akademie der Wissenschaften und Künste und gibt Đakovo eine neue Kathedrale und viele neue sakrale Objekte, aber auch wirtschaftliche. Damit gab er der Stadt ein neues Gesicht.

Das Gestüt wurde mit der Schenkung 10 arabischer Pferde und einem Hengst gegründet, jedoch gilt das Gründungsjahr als 1506. Laut Bischof Bakić besteht Pferdezucht schon seit 1374 auf dem Gutshof. Die Zucht ist auch heute noch aktiv auf dem Staatlichem Lipizzaner Gestüt, dass als eines der ältesten in Europa gilt. Außerdem gibt es viele private Züchter. Viele Jahre war das Gestüt ein Teil von PIK Đakovo, heute ist es das selbstständige Staatliche Lipizzaner Gestüt.

Đakovo war schon immer eine Stadt der Handwerkskunst. 1813 wurde die Genossenschaft der Handwerker CEH gegründet. Die industrielle Entwicklung begann mit dem Bau von Mühlen und Ziegelbrennereien. Die vielen Handwerke trugen mit ihrem reichhaltigen Angebot dazu bei, dass Đakovo ein bekanntes Handelszentrum wurde, weit bekannt für seine großen Märkte.

Im 20. Jh wurde die Entwicklung der Stadt drei Mal von Kriegen unterbrochen.  Besonders tragisch waren die Nachwirkungen des 2. Weltkriegs, als in der Stadt selbst mehrere Male gekämpft wurde. Mehrmals wurde auch die Kathedrale beschossen und 1933 brach sogar ein Feuer aus. Dabei verbrannten die ersten Orgeln der Kathedrale.  Die Bewohner von Đakovo entschieden sich Anfang der 90er  für die Unabhängigkeit Kroatiens und viele traten auch der kroatischen Armee bei. Nach fast einem halben Jahrhundert wurde am 15. September 1991 wieder in der Stadt gekämpft, diesmal kämpfte die kroatische Armee gegen die Einheiten der ehemaligen jugoslawischen Armee JNA. Nach drei Tagen kapitulierte die JNA.  Das 20. Jh. in Đakovo wurde jedoch nicht nur von Krieg geprägt sondern auch von bedeutenden Persönlichkeiten.  So hat in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts der Kardinal Roncalli eine Zeit gelebt. Später wurde er „der gute“ Papst Johannes XXIII. Die Britische Königin Elisabeth II. besuchte 1972 mit ihrem Gemahl das Lipizzaner Gestüt als Teil des Staatsbesuches in Jugoslawien.  Der 7. Juli 2003 gang in die Geschichte ein, als der Tag an dem Papst Johannes Paul II., der Nachfolger des Apostels Petrus, die Diözese Đakovo und Syrmien besuchte. „Ich bewundere die Schönheit des slawonischen Flachlands, der Getreidekammer Kroatiens“, sagte er, als vor der Kathedrale das Volk begrüßte, mit einem volkstümlichen Hut auf den Kopf, ein Geschenk des Bürgermeisters von Đakovo Zoran Vinković.

Fünf Jahre später kam wieder ein grosser Tag für Đakovo: Am 18. Juni 2008 gründete der Papst Benedikt XVI. die Erzdiözese Đakovo-Osijek und erhob so die Diözese Đakovo-Osijek zum Sitz. Msgr. Marin Srakić, der damalige Bischof der Diözese, wurde zum Erzbischof ernannt.

Die Stadt Đakovo hat eine geradezu ideale Lage -  im Herzen von Slawonien – ein besonders attraktives Reisziel.

Wir heißen Sie herzlich willkommen!

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